Die Kontenklärung in der gesetzlichen Rentenversicherung

Die Kontenklärung in der gesetzlichen Rentenversicherung

Veröffentlicht am 14.07.2012 in der Süddeutschen Zeitung

Unter Kontenklärung versteht man die Aktualisierung, Ergänzung oder Berichtigung des Rentenkontos, das die Grundlage für die spätere Rentenberechnung bildet.
Falsche Rentenbescheide entstehen, wenn die Berechnungsgrundlage, also das Rentenkonto, unvollständig oder unrichtig ist.
Häufig landen die Anfragen der Rentenversicherung im Papierkorb oder ungelesen bei den übrigen Rentenpapieren. Der Umfang der Formulare und die zum Teil unverständlich formulierten Fragen erschrecken und man schiebt die Sache vor sich her, weil „ja noch Zeit ist bis zur Rente“.
Dann kann es aber in vielen Fällen zu spät sein.

Für Versicherte, die nach dem 01.01.1952 geboren sind, ist die Altersrente für Frauen und die Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder Altersteilzeit ab Vollendung des 60. Lebensjahres gestrichen worden.
Es kann daher sehr interessant sein, die Voraussetzungen für die sog. Altersrente für langjährig Versicherte zu erfüllen. Langjährig versichert ist, wer eine Mindestversicherungszeit von 35 Jahren an rentenrechtlichen Zeiten erfüllt hat. Es müssen keine 35 Arbeitsjahre sein. Neben Pflichtbeitragszeiten aufgrund Berufstätigkeit zählen freiwillige Beiträge, Anrechnungszeiten wegen Schulausbildung, Arbeitslosigkeit, Krankheit, Schwangerschaft, Pflichtbeitragszeiten wegen Pflegetätigkeit sowie Kindererziehungs- und Kinderberücksichtigungszeiten. Teilweise werden diese Zeiten nicht automatisch ins Rentenkonto eingespeichert, sondern nur auf Antrag und Vorlage entsprechender Nachweise.
Sind 35 Jahre nicht nachweisbar, können Fehlzeiten eventuell mit freiwilliger Beitragszahlung aufgefüllt werden. Rentabilitätsberechnungen sind dabei aber unverzichtbar.

Eine Aktualisierung des Rentenkontos bzw. die Überprüfung der bisher zurückgelegten Versicherungszeiten empfiehlt sich spätestens ab Vollendung des 55. Lebensjahres. Auf das Recht der gesetzlichen Rentenversicherung spezialisierte Rechtsanwälte stehen Ihnen dabei beratend zur Seite.

Verfasserin: Rechtsanwältin Karmin Streicher
Spezialistin für Rentenrecht, Starnberg