Mütterrente

Mütterrente

Personen, die am 01.07.2014 bereits im Rentenalter sind, können durch die Mütterrente erstmals einen Rentenanspruch erwerben.

Mit dem Begriff Mütterrente ist eine bessere Bewertung von Erziehungszeiten für Kinder gemeint, die vor 1992 geboren wurden. Dies kann Mütter und Väter betreffen, je nachdem, wer die Anerkennung der Kindererziehungszeiten beantragt hat.

Ab 01.07.2014 werden für alle vor 1992 geborene Kinder statt einem zwei Jahre Kindererziehungszeiten angerechnet.

1. Wer am 30.06.2014 bereits Anspruch auf eine Rente hat, erhält – ohne besondere Antragstellung – für jedes vor 1992 geborene Kind pauschal einen zusätzlichen Entgeltpunkt. Dies entspricht derzeit einer Bruttorente von 28,61 € monatlich im Westen und 26,39 € im Osten. Davon werden ggfs. Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung in Abzug gebracht. Eventuell ist der Mehrbetrag auch zu versteuern.
Der Erhöhungsbetrag wird rückwirkend ab 01.07.2014 gezahlt, Renten-nachzahlungen für frühere Zeiträume gibt es nicht. Die Bearbeitung dieser Bestandsfälle kann allerdings bis zum Jahresende andauern.

2. Wer am 30.06.2014 noch keinen Rentenanspruch aber schon Kindererziehungszeiten in seinem Rentenkonto gespeichert hat, braucht ebenfalls nicht von sich aus tätig zu werden. Die zusätzlichen Kindererziehungszeiten werden automatisch nachgespeichert.

3. Wer bisher noch keine Kindererziehungszeiten geltend gemacht hat, sollte die Berücksichtigung beantragen.
Personen, die am 01.07.2014 bereits im Rentenalter sind, können erstmals einen Rentenanspruch erwerben.
Voraussetzung für den Bezug einer Regelaltersrente ist die Erfüllung einer Wartezeit von 5 Jahren mit Beitragszeiten. Müttern bzw. Vätern, die z.B. vor 1992 zwei Kinder geboren bzw. erzogen haben, wurden bisher zwei Beitragsjahre angerechnet, ab 01.07.2014 sind es vier. Das auf die 5 Jahre fehlende Jahr kann mit freiwilligen Beitragszahlungen aufgefüllt werden. Der Mindestbeitrag für ein Jahr beläuft sich derzeit auf 1.020,60 €.
Aus vier Jahren Kindererziehungszeiten und einem Jahr freiwilliger Bei-tragszahlung ergibt sich eine monatliche Bruttorente in Höhe von ca. 120,00 €. Der Aufwand für die freiwilligen Beiträge hat sich nach knapp neun Monaten amortisiert.

Wichtig: Rente, Anerkennung von Kindererziehungszeiten und eventuell Beitragsnachzahlungen müssen in diesem Fall beantragt werden, die Rentenversicherung wird nicht von sich aus tätig. Auf diese Fälle speziali-sierte Rechtsanwälte stehen Ihnen hierbei – auch beratend – zur Seite.

Verfasserin:
Rechtsanwältin Karmin Streicher
Spezialistin für Rentenrecht, Starnberg

Veröffentlicht am 22.08.2014 im Starnberger Merkur.